Betriebsanweisungen

Grundlagen

Grundsatz der Betriebsanweisung ist, das Gefährdungen, durch zwangsläufig zu verrichtende technische, chemische, biologische oder gentechnische Verfahren und Arbeiten, von MitarbeiterInnen vermieden werden. Es ist deshalb notwendig, die technischen Schutzmaßnahmen durch organisatorische Maßnahmen und ein sicherheitsgerechtes Verhalten der Beschäftigten zu ergänzen. Diese müssen bereits im Voraus durchdacht und für das Betrieben von Einrichtungen und Verwenden von Stoffen und Zubereitungen festgelegt sein. Dementsprechend sind Gefahren für den konkreten Einzelfall in Betriebsanweisungen zusammenzufassen.

Zur Abgrenzung von Betriebsanweisungen zu Betriebsanleitungen sind erstere durch eine vorgeschriebenen Farbcode, sowie den zusätzlichen Kennzeichnungen für Sicherheitsmaßnahmen, Störungsfälle, Instandhaltung als auch Notfall- und Rettungsmaßnahmen zu erkennen.

Je nach Art der Tätigkeit hat sich folgender Farbcode für die Betriebsanweisungen durchgesetzt:
• Orange: Gefahrstoffe (Automatisch erstellbar über DaMaRIS)
• Blau: Arbeitsmittel, Arbeitsverfahren, Maschinen, Anlagen
• Gelb: Gentechnische Anlagen
• Grün: Biologische Arbeitsstoffe

Die Erstellung von Betriebsanweisungen ist eine allgemeine Pflicht des Unternehmers. Sie ist enthalten in
• § 4 Arbeitsschutzgesetz,
• §9 Abs. 1 sowie §12 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz
• § 9 Betriebssicherheitsverordnung§ Abs. 1 Unfallverhütungsvorschrift
• § 14 Gefahrstoffverordnung.

Für die Erstellung von Betriebsanweisungen beim Umgang mit Gefahrstoffen enthält die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 555 „Betriebsanweisungen und Informationen der Beschäftigten“ besondere Hinweise.

Wichtig: Die Betriebsanweisung entbindet nicht von einer mündlichen Unterweisungspflicht für neue MitarbeiterInnen und StudentInnen. Diese muss wie gehabt dokumentiert und unterschrieben vorliegen.

Weiter Informationen zu den gesetzlichen Grundlagen und der Erstellung von Betriebsanweisung finden Sie hier.

FAQ - Betriebsanweisung

Wer muss eine Betriebsanweisung erstellen?

Betriebsanweisungen bereitzustellen ist Pflicht des Arbeitgebers. Diese Aufgabe wird in vielen Fällen an die zuständigen Sicherheitsbeauftragten deligiert.

Wie muss eine Betriebsanweiungs aussehen?

Eine Vorlage zur Erstellung für Betriebsanweisung stellt die DGUV zur verfügung. Dabei gibt es eine Farbzuordung die sich weitestgehend durchgesetzt hat:

  • Orange: Gefahrstoffe
  • Blau: Arbeitsmittel, Arbeitsverfahren, Maschinen, Anlagen
  • Gelb: Gentechnische Anlagen
  • Grün oder Pink: Biologische Arbeitsstoffe

Sie sollen grafisch einheitlich gestaltet sein und nicht mehr als 1 bis 2 DIN-A4-Seiten umfassen. Ob gedruckt, mit Schreibmaschine oder handschriftlich, ist nicht vorgegeben. Entscheidend ist das Abfassen in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache.

Verständlich kann z. B. bedeuten, dass im Institut geläufige Begriffe verwenden wie „Schlenkline“ anstatt „Hochvakuumanlage“. Dies kann gerade für Mitarbeiter mit geringem Bildungsniveau oder mit Migrationshintergrund den Zugang erleichtern. Für diese Personengruppen sind auch Sprachstil (z. B. Ich-Sätze statt Passiv-Konstruktionen), Satzbau und Wortwahl wichtig.

Bei mangelhaften Deutschkenntnissen kann es notwendig sein, Betriebsanweisungen in die Muttersprache Ihrer Beschäftigten zu übersetzen.

Muss jeder einzelne Gefahrstoff eine eigene Betriebsanweisung erhalten?

Nein, das wäre an unserem Institut mit Tausenden von Einzelsubstanzen wenig zweckmäßig. Ähnlich wie bei Gefährdungsbeurteilungen können Sie hier Stoffe und Gemische mit gleichartigem Gefährdungspotenzial und ähnlichen Schutzmaßnahmen zusammenfassen. Sie erstellen dann eine sogenannte gruppenspezifische Betriebsanweisung, Gruppenbetriebsanweisung oder Sammelbetriebsanweisung.

Kann ich über Betriebsanweisungen meiner Unterweisungspflicht nachkommen?

Nein. Sie können Dutzende von Betriebsanweisungen erstellen und haben damit dennoch niemals Ihre Unterweisungspflichten erfüllt. ABER: Mit korrekten und hochwertigen Betriebsanweisungen halten Sie die Basis für Ihre mündlichen Unterweisungen bereits in der Hand.

Wie lange ist eine Betriebsanweisung gültig?

Es gibt weder ein Ende der Geltungsdauer noch eine gesetzliche Forderung, Betriebsanweisungen binnen festgelegter Fristen zu überprüfen. Eine Überprüfung ist jedoch indirekt insofern höchst sinnvoll, als eine veraltete Betriebsanweisung mit möglicherweise nicht mehr zutreffenden Verhaltensregeln einen Mangel im organisatorischen Arbeitsschutz darstellt. Es ist daher empfehlenswert, auf der Betriebsanweisung selbst und/oder Ihrer Liste der vorhandenen Betriebsanweisungen das Datum der Erstellung / letzten Überprüfung festzuhalten. Tipp: Bei Betriebsanweisungen zum Umgang mit einem gefährlichen Stoff sollten Sie die Betriebsanweisung unbedingt auf Aktualisierungsbedarf prüfen, wenn Sie ein neues Sicherheitsdatenblatt erhalten.

Wo kann ich nachlesen, für welche Arbeistmittel ich eine Betriebsanweisung erstellen muss?

Eine solche Liste gibt es nicht. Zwingend vorgeschrieben sind Betriebsanweisungen für den Umgang mit gefährlichen Stoffen, biologischen Arbeitsstoffen und gefährlichen Maschinen. Alles Weitere müssen Sie über Ihre Gefährdungsbeurteilung eigenverantwortlich klären. Wenn eine Tätigkeit gefährlich bzw. sicherheitsrelevant ist, können Sie mit einer Betriebsanweisung Ihre MitarbeiterInnen schützen und sich Ärger und Rechtsfolgen nach Unfällen ersparen.

Wo finde ich weitere Informationen zu Betriebsanweisungen?

Hilfreich sind die TRGS 555 „Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten“ und die DGUV-Information 211-010 „Sicherheit durch Betriebsanweisungen“.

letzte Änderung: 07.06.2019